Zerstörte Mühle hat wieder ein Dach

Mehr als drei Jahre nach ihrer Zerstörung durch Orkan «Kyrill» nimmt der Wiederaufbau der Bockwindmühle in Krippendorf bei Jena Gestalt an.

 
Krippendorf. Am Montag wurde das Dach auf das Bauwerk gesetzt, teilte die Stadtverwaltung Jena mit. Die 270 Jahre alte, unter Denkmalschutz stehende Getreidemühle war bei dem verheerenden Orkan im Januar 2007 buchstäblich in ihre Einzelteile zerlegt worden. Seit dem vergangenen Sommer läuft die Restaurierung. Sie soll voraussichtlich im Spätsommer beendet sein. Am Pfingstmontag wird in Krippendorf der landesweite Auftakt des diesjährigen Mühlentages begangen.

Südthüringer Zeitung vom 17.05.2010

Große Rutenwelle der neuen Krippendorfer Mühle montiert

 Krippendorf06052010 


Mit einem Kran heben die Zimmerleute die große Rutenwelle mit dem hölzernen Zahnrad an ihren Platz.
 
Die Hoffnung der Zimmerleute aus Mackenrode erfüllte sich nicht: Der Himmel über Krippendorf war gestern grau, und ohne Unterlass ergoss sich Regen auf Wiesen und Menschen. Dennoch wurde die große Rutenwelle der neuen Krippendorfer Mühle montiert.

Krippendorf. Doch ohne Rücksicht auf Verluste, vom breitkrempigen Zimmermannshut nur kurzzeitig vor dem Nass geschützt, hantierten Marcel Bode und seine Leute sicher und zügig. Die fünf Männer aus dem Eichsfeld sind seit Oktober damit beschäftigt, die vom Orkan Kyrill 2007 zerstörte Krippendorfer Bockwindmühle wieder aufzubauen. Den hölzernen Bock, der den Hausbaum stützt, auf dem der Mühlenkasten drehbar gelagert wird, und den über zwölf Meter hohen Mühlenkasten haben sie bereits wieder rekonstruiert. Auch das "Herz" der Mühle, die Rutenwelle samt hölzerner "Kammräder", war bereits montiert. Ihr geplanter Einbau scheiterte im Winter, an einem eingefrorenen Kran. Deshalb gab es für die Zimmermänner und erfahrenen Mühlenbauer gestern kein Pardon, im strömenden Regen legten sie Transportgurte und Ketten an der riesigen Holzkonstruktion an, justierten nach und dann gab Chef Marcel Bode mit aufgestelltem Daumen dem Kranfahrer von Maximum aus Gera das Startzeichen. Sanft schwebte die mehr als sieben Meter lange, baum-stammdicke Welle mit den beiden hölzernen Zahnrädern, von denen das größere gut drei Meter im Durchmesser misst, in die Höhe. Auf der obersten Balkenkonstruktion des Mühlenkastens, in etwa 15 Meter Höhe, sollte die Welle zentimetergenau in die vorbereiteten Lager eingepasst werden. Dafür mussten die Männer noch einige Muskelkraft aufwenden, doch dann glitten die Metallbolzen in die Lager. Bis sich daran die vier knapp zehn Meter langen Mühlenflügel die Ruten heißen wieder drehen, wird noch etwas Zeit vergehen. Nächste Woche soll die Mühle ihr Dach bekommen, damit am Mühlentag zu Pfingsten die ersten Besichtigungen stattfinden können. Da haben Bodes Männer immer noch einiges zu tun. Denn das Innenleben der Mühle soll auch originalgetreu aufgebaut werden. Und "das hat es in sich", weiß Bode. Der vorletzte Müller hat kräftig investiert, hat Walzenstühle und Maschinen angeschafft, die eigentlich in größere Mühlen gehörten. Müllerei-High-Tech eben.

Quelle und weitere Infos: Thüringer Allgemeine Zeitung v. 6.05.2010

Krippendorfer Bockwindmühle wird wieder aufgebaut

Die Zeit des Modell-Aufstellens der Bockwindmühle in Krippendorf ist vorbei. Seit Donnerstag stehen bereits der Bock, der Hausbaum, der Sattel und die so genannten Mehlbalken für die Mühle, die nur wenige Meter neben ihrem alten Standort wieder aufgebaut wird

 

Jena. Eine Holzfirma aus Mackenrode ist mit den Zimmererarbeiten beauftragt. Geplant ist, dass die Mühle, wenn auch zunächst ohne Technik, bis zum Mühlentag des nächsten Jahres fertiggestellt sein soll. Der Einbau der Mühlentechnik beginnt im Frühjahr und wird eventuell noch im Jahr 2010 abgeschlossen sein. Nach endgültiger Fertigstellung wird die Mühle als funktionstüchtiges Schauobjekt zu besichtigen sein.

 

Krippendorf2009 Fördergelder genehmigt: Der Wiederaufbau der Bockwindmühle in Krippendorf, die vom Orkan Kyrill zerstört wurde, hat begonnen. Foto: Beier

In der Nacht vom 18. zum 19. Januar 2007 hatte der Orkan "Kyrill" die 1740 erbaute Mühle zerstört. Lange hatte es gedauert, bis am 31. August dieses Jahres der erste Spatenstich für den Wiederaufbau gefeiert werden konnte. Verzögerungen waren eingetreten wegen eigentumsrechtlichen Fragen. Die der Familie Westermann gehörende Mühle stand auf privatem Grund. Erst im Juli 2009 konnte die Stadt Jena wenige Meter vom alten Standort ein Grundstück kaufen, auf dem das technische Denkmal aus alten und neuen Teilen wieder errichtet wird. Erst dadurch wurde eine öffentliche Förderung des Projektes durch das Amt für Landentwicklung und Flurneuordnung Gera möglich. Die Baukosten von 250.000 Euro trägt die Stadt Jena, die 70 Prozent der Summe in drei Jahresscheiben aus dem Förderprogramm der Dorferneuerung zurückerstattet bekommt. Die Stadt wird beim Wiederaufbau der Mühle unterstützt vom Krippendorfer Orts- und Feuerwehrverein, vom Verein Lebensraum Gönnatal, der Arbeitsgemeinschaft 1806 und vielen freiwilligen Helfern.

 

Quelle und weitere Infos: Thüringer Allgemeine Zeitung v. 16.11.2009