Mühlentag: Richtfest an Krippendorfer Bockwindmühle

 

 

TLZ-25.5.2010
Brachte statt der Richtkrone eine Wetterfahne auf der Mühle an: Marcel Bode in schwindelerregender Höhe. In seinem Richtspruch bat er für die Mühle um Schutz vor Sturm und Brand. Foto: Lioba Knipping
 
Es war ein Bild des Jammers, damals, am 19. Januar 2007. Die historische Bockwindmühle, die in den Jahren 1738 bis 1742 von vier Gemeinden erbaut wurde und Orientierungspunkt war nicht nur für die Schlacht bei Jena und Auerstedt 1806, sondern für unzählige Bewohner der Region, war zerstört.

Krippendorf. Orkan Kyrill hatte einen Tag zuvor auf dem Plateau besonders gewütet und die Mühle dem Erdboden gleich gemacht. Gestern zum Thüringer Mühlentag konnte Richtfest gefeiert werden. Die Mühle ist wieder aufgebaut, lediglich die vier je 9,50 Meter langen Flügel fehlen noch, ebenso die Technik im Inneren. Mehr als 50 Prozent der Teile der alten Mühle wurden für den Aufbau wieder verwendet. Das technische Innenleben wird historisch authentisch hergerichtet.

Einige hundert Menschen aus nah und fern waren gekommen, um dem Richtfest beizuwohnen ein Beweis dafür, dass sie sich mit der Bockwindmühle identifizieren. Sie standen Schlange, um einen Blick in das Innere der Mühle zu werfen und zu sehen, wie ihre Spenden eingesetzt wurden. Die Mühle ist schon jetzt wieder ein Besuchermagnet, freut sich Karsten Seifert von der Arbeitsgruppe Bockwindmühle Krippendorf des Feuerwehr- und Dorfvereins Krippendorf. Ziel des Vereins ist klar formuliert: Die Mitglieder wollen das geschichtsträchtige Wahrzeichen, das 60 Meter neben dem alten Standort wieder errichtet wurde, unter eigener Verantwortung als funktionstüchtiges Denkmal betreiben. Die Stadt Jena konkret das Stadtentwicklungsdezernat ist Bauherr der Mühle. Die Stadt trägt knapp die Hälfte der Bausumme als Eigenanteil. Fördermittel des Landes decken eine weitere Hälfte ab.

Jenas Oberbürgermeister Albrecht Schröter betonte, es habe aus seiner Sicht keine Alternative zum Wiederaufbau der Mühle gegeben. In seiner Ansprache hob er die Verbundenheit der Stadt mit ihren Ortsteilen hervor. Die Ortsteile sind uns wichtig und wertvoll, sagte er unter Applaus. Der Stadt Jena gereichen sie zur Ehre. Dies sei ein Grund, weshalb sich die Stadt auch für den Wiederaufbau der Kunitzer Hausbrücke einsetze.

In seinem Richtspruch äußerte Marcel Bode von der Firma Bode Holzbau aus Mackenrode, die spezialisiert ist auf Mühlenbau und -restauration, den Wunsch: Möge der Bockwindmühle der Wind nie fehlen und die Besucher niemals ausbleiben. Möge sie nie mehr Schaden nehmen, ihr nie Glück und Freude fehlen. Er bat zudem um Schutz vor Sturm und Brand.  

Bitte um Schutz vor Feuer und Sturm

Der Verein wird weitere Kosten für Erschließung und Ausgestaltung von Mühlenwiese und Mühle etwa in Höhe eines Viertels der geschätzten Baukosten in Höhe von 250.000 Euro tragen, die aus Spenden und eigenen Aktivitäten, wie beispielsweise den alljährlichen Mühlenfesten, finanziert werden sollen.

Konto-Nr.: 18003370, BLZ: 83053030, Sparkasse Jena, Empfänger: Feuerwehr- und Dorfverein Krippendorf, Verwendungszweck: Mühle Krippendorf.

Quelle und weitere Infos: www.TLZ.de v. 25.05.2010